Herzmedizin seit über 50 Jahren

Die Geschichte der Klinik für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie reicht zurück bis ins Jahr 1961. Das Universitätsklinikum Essen hieß noch Städtische Krankenanstalt und der Chefarzt der Chirurgischen Klinik war Prof. Karl Kremer. Er etablierte die Herz- und Gefäßchirurgie, implantierte 1962 mit den Kardiologen den ersten Herzschrittmacher in Essen und führte 1968 die erste Operation mit einer Herz-Lungen-Maschine durch: Kremer korrigierte erfolgreich den angeborenen Herzfehler eines 10-jährigen Jungen. Aus den Städtischen Krankenanstalten war inzwischen das Universitätsklinikum hervorgegangen und die Herzchirurgie hatte bis 1970 einen so hohen Stellenwert bekommen, dass eigens für sie eine selbstständige Abteilung gegründet wurde.

Prof. Karl Kremer
Prof. Karl Kremer
Prof. Peter Satter
Prof. Peter Satter

Mit dem neuen Chefarzt Prof. Peter Satter nahm die Klinik für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie ihre Arbeit auf. Satter genoß seine Ausbildung unter einem Pionier der deutschen Herzchirurgie, dem Düsseldorfer Prof. Ernst Derra. Er knüpfte an die Erfolge seines Vorgängers an und machte die chirurgische Therapie der angeborenen und erworbenen Herzfehler zum Mittelpunkt seiner herzchirurgischen Aktivität in Essen. Satter genoß nicht nur bei seinen Patienten hohes Ansehen: Im Jahr 1971 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie.

1973 erfolgte unter dem damaligen Chefarzt Prof. Christoph Reidemeister die erste Bypassoperation. 1987 gelang ihm mit seinem Team im Essener Universitätsklinikum nrw-weit die erste erfolgreiche Herztransplantation. Damit war er Vorreiter eines Verfahrens, das im Laufe der nächsten Jahre viele Leben retten sollte. Ein Jahr später folgte die erste Herz-Lungen-Transplantation und im Jahre 1990 die erste Lungentransplantation. 1991 erhielt der erste Patient einen implantierbaren Defibrillator (ICD) und lebte fortan ohne das Risiko des plötzlichen Herztods durch lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen. In den Jahren 1977 und 1978 war Prof. Reidemeister Dekan der Medizinischen Fakultät. Er führte die Klinik für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie 26 Jahre lang bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1999.

Prof. Christoph Reidemeister
Prof. Christoph Reidemeister
Prof. Heinz Günther Jakob
Prof. Heinz Günther Jakob

Sein Nachfolger ist der heutige Direktor der Klinik. Prof. Heinz Günther Jakob wurde im März 1999 auf den Lehrstuhl für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie berufen. Zu seinen ersten Aufgaben gehörte die Planung des Westdeutschen Herzzentrums. Es sollte ideale räumliche und strukturelle Voraussetzungen für eine optimale Herzmedizin schaffen. Im Dezember 2003 war es soweit: Das Westdeutsche Herzzentrum, eines der modernsten Zentren seiner Art, wurde bezogen. Die neue Infrastruktur fördert seitdem auch die medizinische Entwicklung. 2008 wurde hier das weltweit erste extrakorporale Minikunstherz ohne Brustkorberöffnung implantiert. Es sollte dem Patienten Zeit verschaffen, bis ein Spenderherz zur Verfügung stand – neun Monate später wurde er erfolgreich transplantiert.

Mit unserem Kooperationspartner, der Ruhrlandklinik, zählt unsere Klinik mittlerweile zu den größten Transplantationszentren in Deutschland – und auch weltweit gehörten wir 2008 zu den Top 15. Insbesondere unsere einzigartige partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Chirurgie, Kardiologie und Pathophysiologie wird es uns auch in Zukunft ermöglichen, unseren Patienten die bestmögliche Herzmedizin zukommen zu lassen.